Einsatz von Social Media im Recruiting-Umfeld von Personalberatern

1

Auf Einladung von Marion Russek, President HR Services Zug, durfte ich gestern eine Ãœbersicht präsentieren über den Einsatz von Social Media in der Personalberatung. Statt der wie üblich zu erwartenden No-shows kamen mehr Zuhörer als angemeldet, der Informatik Schulungsraum der Kantonsschule Zug war bis auf den letzten Platz besetzt. Interessant ;-)

HR-Services-Zug-LogoHR Services Zug (HRSZ) ist die Anlaufstelle für HR Dienstleistungen im Kanton Zug. Arbeitgebern und Stellensuchenden stehen eine Palette von Dienstleistungen zur Verfügung, die erbracht werden durch die angeschlossenen Personaldienstleister und Unternehmensentwickler.

Zur Einführung habe ich ein beeindruckendes Video gezeigt, das auch skeptischen Zuhörern zeigen müsste, dass es höchste Zeit ist, sich intensiver mit den Möglichkeiten von Social Networks zu befassen…

Stand von Social Media 2011

Eine Version mit deutscher Synchronisierung findet man bei YouTube.

Untenstehend habe ich aus dem Social Prisma, einer jährlich aktualisierten Zusammenstellung von Social Media Diensten, die für den Einstieg in HR-Themen allerwichtigsten Social Networks herausgegriffen.

social-media-prisma-2012-von-ethority

Social Media Prisma von Ethority mit den aktuell verfügbaren Social Networks

Die Beispiele sind illustriert anhand von führenden Exponenten der HR-Szene und zeigen deren Auftritte in den entsprechenden Netzwerken.

Herausgepickt habe ich beispielhaft bezüglich

In diesem Zusammenhang sei auch das Buch empfohlen von Alexander Fedossov und Jan Kirchner Online Personalsuche: Praxishandbuch für aktive Personalbeschaffung im Internet.

Online-Personalsuche-Buch-Alexander-Fedossow-Jan-Kirchner

Soeben haben sie übrigens in Deutschland den HR Excellence Award für Social Media Recruiting gewonnen, herzliche Gratulationen nach Hamburg!

Fragen und Antworten

In einem zweiten Teil haben Kollege Olivier Odermatt und ich versucht, die zahlreichen Fragen zu beantworten. Aufgefallen ist, dass die wenigsten Personalberater die Statistikwerte ihrer eigenen Homepage verfolgen: Woher kamen die Besucher, welche Inhalte haben sie angeschaut, wie lange sind sie geblieben, etc? Und wie könnte man anhand dieser Informationen die eigene Homepage verbessern, damit sie z.B. in Google noch besser gefunden wird (Search-Engine-Optimierung SEO)?

Auch RSS (Real Simple Syndication) scheint weitgehend unbekannt, obwohl es sehr wortvolle Dienste leisten kann bei der Informationsgewinnung aber auch bei der Automatisierung der Informationsverbreitung. Heute bieten viele Stellenbörsen ihre Trefferliste auch im RSS-Format an, damit die Inhalte auch in einem RSS-Reader empfangen oder für weitere Zwecke verwendet werden können (Zweitverwertung).

Der Aufwand für das Pflegen von Inhalten kann beliebig gross werden. Das will man sich natürlich nicht leisten. Deshalb empfehle ich, sich ein Social Network nach dem andern vorzunehmen, sich z.B. eine Woche oder einen Monat damit zu befassen und danach zu prüfen, ob es einem liegt. Jedes der Netzwerke hat spezifische Eigenheiten mit Vor- und Nachteilen.

YouTube ist die weltweit zweitgrösste Suchmaschine und eignet sich nur schon deshalb, um eigene Inhalte zu verbreiten. Empfohlen sind kurze, authentische Videos, die die eigene Tätigkeit erläutern.

Social Media Workshop für Personalberater des Verbandes hrsz.ch

Foto von © Marion Russek

 

Eine Frage konnte ich nicht beantworten: Sollte man ein Profilbild hochladen? Meine Standardantwort ist „natürlich mit persönlichem Bild“, persönliche Informationen interessieren die Besucher. Allerdings bemerkte die Fragestellerin, dass sie auch noch das unvorteilhafteste Bild hochladen könne, sie erhalte immer wieder Spam-artige „eindeutige“ Angebote von den Herren der Schöpfung. Diesbezüglich bin ich überfragt. Wenn ich mich z.B. in Twitter umsehe, so sehe ich viele attraktive Profilbilder. Irgendwie müssen die Damen das in den Griff bekommen haben… Hat hier jemand Tipps?

Interaktive Session: Eröffnen eines Twitter-Accounts

Auf Wunsch der Teilnehmer haben wir gemeinsam Twitter-Accounts eröffnet und erste Tweets abgeschickt. Die meisten haben ihre Stelleninserate z.B. bei Jobs.ch weitergetweetet.

Twitter ist meiner Meinung nach in der Schweiz eines der am stärksten unterschätzten Social Networks. Was soll man schon mit den wenigen 140 Zeichen schon ausrichten können? Befasst man sich aber etwas näher mit dem anfänglich etwas spröde und kryptisch wirkenden Netzwerk, erkennt man relativ schnell, dass genau die Kürze die Würze bringt und sich viele Spezialisten via Twitter über HR-Themen austauschen.

Mit dem #-Zeichen (Hash-Tag) publiziert man in öffentliche Listen, z.B. #HR oder #Jobs (auf Gross- und Kleinschreibung kommt es nicht darauf an). Verwendet man den Hash-Tag in eigenen Tweets, erreicht man Leser, die solche Listen lesen. Es ist wie eine Megafon-Wirkung für eigene Tweets.

Mit dem @-Zeichen adressiert man Twitter-User: Möchte man bestimmte User auf einen Tweet aufmerksam machen, „erwähnt“ man ihn am besten per @Nutzername. Der User erhält dann eine E-Mail, die ihn auf den Tweet hinweist.

Und wie man den Reaktionen auf Twitter ablesen kann, haben die Profis auch ein gut funktionierendes Social Media Monitoring im Einsatz: Sie „sehen“, wenn sie jemand erwähnt und verlinkt:

Im besten Fall hat man sogar eine sogenannte Sentiment Analyse im Einsatz, die einem sagt, ob die Erwähnungen in einem positiven oder negativen Ton waren… Wenn man eine solche Software analysiert, sollte man für den Schweizer Markt beachten, dass auch Deutsch erkannt wird. Die erste Generation solcher Tools verstand nur Englische Rezensionen.

 

Und wie zu allem möglichen gibt es auch auf das Social Media Einstiegsvideo eine die Parodie zu geniessen:

Share.

About Author

Walter Schärer bloggt über neuste Internet-Trends im Online Marketing, Social Media, Blogs, Web Analytics, SEO, Mobile und so.

1 Kommentar

  1. Herr Schärer, besten Dank für einen sehr informativen und aktiven Abend. Das Feedback der Teilnehmenden ist super positiv: wir alle konnten viele Informationen mitnehmen. Jetzt gilt es, diese umzusetzen… das ist ein anderes Thema :-). Jedenfalls war es für uns wieder ein absoluter Motivationsschub, dem Social Media mehr Aufmerksamkeit zu geben. Auch die praktischen Arbeiten, welche wir am Schluss machten, hat bei vielen die Angst vor Verlust von Privacy genommen: es ist ja alles einstellbar.
    Ihnen und Herrn Olivier Odermatt nochmals ein grosses Dankeschön und unsere besten Wünsche bei der Gestaltung Ihrer neuen beruflichen Zukunft.

Leave A Reply