Hutter Consult erbringt Dienstleistungen im Strategieumfeld von Social Media, hauptsächlich für Facebook, u.a. in der Gruppe «Facebook Deutschland»
Vortrag von Thomas Hutter.
Social Media – Status Quo
Unter Social Media werden diverse Aktivitäten um User Generated Content zusammengefasst. Das Ranking der Top-Sites hat sich in den letzten Jahren stark in Richtung Social Media Sites entwickelt.
Auf Facebook hat eine versechsfachung der Inhalte innerhalb eines Jahres stattgefunden, auf Youtube hat eine vervierfachung seit 2009 stattgefunden. Auf Flickr gibt es 5 Milliarden Bilder. Das sind weniger, als bei Facebook pro Monat hochgeladen wird (135’000 pro Minute). Doppelt soviele Menschen lernen sich per Social Media kennen als in Bars und andern konventionellen Orten. 90 Millionen Tweets werden pro Tag abgesetzt, das Wachstum ist weiterhin gross.
Web 1.0 Angebote wachsen nicht mehr. Nur die Viralität von Web 2.0 Angeboten bietet Wachstumschancen. Aber: Social Media Features können erfolgreich in Web 1.0 Angebote integriert werden. abcNEWS ist ein erfolgreiches Beispiel: Seit der Integration von Facebook Graph stieg die Besucher aus Facebook um 200%. Bei der New York Times kann man sich per Facebook einloggen.
Auch Blogs wie die HuffingtonPost, Mashable, ThinkProgress bieten gute Wachstumschancen.
Social Commerce mit Group Buying sind aktuell sehr beliebt. Auch Facebook und Google haben entsprechende Angebote lanciert.
Co-Branding und Partnerships sind ein beliebtes Mittel für Auftritte vor grösserem Publikum.
Die QR-Codes nehmen langsam zu, Location Based Services, ebenfalls über Smartphones, sind zunehmend beliebt. Exponenten sind FourSquare, Gowalla, Facebook Places.
Crowdsourced Innovation ist ein neues interessantes Businessmodell.
Facebook Nutzerzahlen
Der kürzlich publizierte Nutzerrückgang bei Facebook ist vernachlässigbar. Die aktuell ca. 690 Millionen Benutzer nutzen die Plattform so oft wie Google und Yahoo zusammen, das Wachstum ist ungebremst. 250 Millionen Menschen nutzen Facebook über Smartphones. Diese User sind ca. doppelt so aktiv wie Desktop-User.
50% der Nutzer aus der Schweiz nutzen Facebook täglich, 80% mehrmals täglich bis zu 2 Stunden pro Tag. Im Monat werden pro User ca. 90 Inhaltselemente erstellt.
Facebook wird von Männern und Frauen gleichmässig genutzt. Das Potential in DACH ist in Deutschland am höchsten. Mit 34% ist die Penetration in der Schweiz am höchsten (50% in den USA, 25% in Deutschland, Island 62%, Skandinavien 45%).
Facebook eignet sich gut, um Meinungen einzuholen. Dafür braucht es eine aktive Community. Toblerone hat beispielsweise einen Satz in Facebook ergänzen lassen. Einige User haben es nicht verstanden und auf ‚Like‘ geklickt. KLM bewirbt ihre Facebook-Seite mit einem Video, damit man ein Profilbild hochlädt, das auf ein Flugzeug aufgedruckt wird. 120’000 Teilnehmer aus Holland haben mitgemacht!
Der Support einiger Firmen ist auf Facebook z.T. besser als bei den Firmen direkt. Swisscom, Swiss, SBB sind beispiele für Kundensupport durch aktive Facebook-Nutzer.
Swisscom hat einen Ideenwettbewerb lanciert für die Bewerbung von Swisscom TV, diverse Ideen, aber auch Feedbacks zu den Produkten sind dabei eingegangen. Die vorgeschlagenen Ideen dürften günstiger als die Ausarbeitung durch eine Werbeagentur gewesen sein.
Migros lässt von der Community Konfitürenvarianten evaluieren.
Pril hatte ein Negativergebnis und reagierte falsch auf die eingereichten Verpackungsvorschläge.
Porsche hat zum Millionsten Fan eine Sonderedition eines Porsche erstellt mit grossem Feedback aus der Community.
Facebook Pages ist nicht der einzige Nutzen für Firmen. Der Mix von Open Graph (Like Button) durch einfaches Teilen der Inhalte, Interaktion und Engagement führen zu Empfehlungen, die wieder auf verschiedene User-Walls publiziert werden.
Um auf Facebook erfolgreich zu sein, braucht es eine übergeordnete und im Marketingmix eingebettete Strategie: Aufbauen von Präsenz, Engagement und Interaktion mit der Community, Verstärken der Kommunikation.
Die Kommunikation auf Facebook ist relativ einfach. Aber welche Inhalte soll man publizieren? Denn häufig werden 1.0 Inhalte über die 2.0 Plattform gestreut. Besser ist es, den User in den Mittelpunkt der Überlegungen zu stellen und sich zu fragen, welchen Mehrwert man bieten kann, welche Inhalte am wahrscheinlichsten weiterverbreitet werden.
Es kann aber auch nur schon interessant sein zu hören, was die User über die eigene Marke sagen. Chancen eröffnen sich im B2C- und B2B-Umfeld.
