Internet Marketing & SEO Blog

From Code to Culture – Warum die datenbasierte Wirtschaft mehr Menschenverstand braucht

0

Offizielle Zukunft vs. inoffizielle Zukunft: Was die Digitalisierung für die Innovation bedeutet.

Dr. Stephan Sigrist, Gründer und Leiter Think Tank W.I.R.E. Zürich

Dr. Stephan Sigrist, Gründer und Leiter Think Tank W.I.R.E. Zürich

Innovation fand in den letzten Jahren primär im technischen Hintergrund statt. Übergreifende Prozesse wie Mobilität, Gesundheit, Banking, etc. wurden nur marginal verbessert. Digitalisierung bringt nun Innovation in alle möglichen Prozesse.

Die datenbasierte Wirtschaft kommt. Dafür braucht es Kultur und gesunden Menschenverstand. Einordnung kann nicht nur mit Algorithmen geleistet werden.

Auseinandersetzung mit der Zukunft

Prognosen basieren auf Erfahrungen. Die Zukunft ist aber nicht vorhersehbar, denn es gibt immer wieder seltene Ereignisse (schwarze Schwäne), die alles auf den Kopf stellen können.

Die Rahmenbedingungen ändern zudem immer schneller. Mit agilen Methoden versuchen wir, der zunehmenden Dynamik Herr zu werden: In kleinen Sprints können wir Situationen viel besser beurteilen als im grossen Ganzen. In iterativen Schritten nähert man sich dem ursprünglich gesetzten Ziel.

Grosse Veränderungen wie die Digitalisierung verändern die Ausgangslage aber in allen Dimensionen. Eine Teilbetrachtung ist nicht mehr zielführend. Man muss breiter denken!

Offizielle vs. inoffizielle Zukunft

Offizielle vs. inoffizielle Zukunft

Die offizielle Zukunft umfasst das allgemeine Wissen, z.B. über selbstfahrende Autos. Die kommen, das sagen ja alle Experten, Prototypen sind vorhanden. Aber: Wir haben keine selbstfahrenden Autos, Trams, selbstfliegenden Flugzeuge, etc. Weshalb nicht? Bringen sie wirklich einen gesellschaftlichen Mehrwert?

Wir vermessen heute unsere Gesundheit mit allerlei Trackern. Die individualisierten Informationen könnten bald verwendet werden in Spitälern, Krankenkassen, Versicherungen, etc.

Wo Muster erkennbar sind, werden Algorithmen und Roboter eine grosse Rolle spielen. Bei Banken oder Wellness-Therapeuten ist im Gegensatz dazu grosses Vertrauen involviert. Hier wird die Automatisierung noch länger dauern.

Blick auf die digitale Wirtschaft

Die Infrastruktur wird via Internet of Things (IoT) aufgerüstet: In Spitälern wird Virtuelle Realität VR Möglichkeiten bieten, aus dem Spitalbett auszubrechen. Tracker messen den Bodymassindex und warnen, wenn man sich ungesund ernährt. Schlaue Matrazen optimieren den Schlaf, etc. In Japan sind virtuelle Avatare im sozialen Lebensalltag bereits Realität.

Inoffizielle Zukunft: Die Analyse von Big Data hat aber Limitationen. Die Speicherkapazität entwickelt sich leicht schneller als die Prozessorgeschwindigkeit gemäss Moor’schem Gesetzt. D.h. wir können schneller Daten sammeln, als wir sie analysieren können…

Datenmengen der Datenspeicherung

Datenmengen der Datenspeicherung

Dazu haben wir es auch noch mit komplexen Systemen zu tun: Übersteigt die Komplexität ein gewisses Mass, bringen Algorithmen schlechtere Resultate als „manuelle“ Vorhersagen. Bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes reichen z.B. 5 Datenpunkte. Schaut ein Algorithmus die gesamte Krankenhistorie an, kommt er zu weniger präzisen Vorhersagen.

Auch sind Menschen von der wachsenden Datenmenge überfordert. Die Datengesellschaft ist schwierig in ein Gesamtbild zu bringen. Wer hat noch Zeit, Newsletter zu lesen? Und welche Nachrichten sind noch wahr und objektiv?

Ein Schutz vor so viel Informationen ist die Filter Bubble. Algorithen machen uns das Leben einfacher, indem sie für uns vorfiltern. Das führt zu mehr Standardisierung und dadurch zu mehr Qualität. Das geht auf Kosten der Differenzierung.

Die Scheinobjektivität führt zu einer Datenbubble. Basiert man Werbung darauf, wird einer zu grossen Gruppe dieselbe Botschaft präsentiert, siehe Shopping-Season in Amerika.

3 Handlungsempfehlungen

Fazit: Inoffizielle vs. offizielle Zukunft

Fazit: Inoffizielle vs. offizielle Zukunft

Es ist wichtig, Innovation auf das Gesamtsystem auszurichten. Dafür ist Kultur die Basis. Für repetitive Analysen und Handlungen können Digitalisierung und Maschinen Mehrwert bringen.

Der Nutzen ist auf Menschen abzuzielen, nicht darauf, was technisch möglich ist. Die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine ist der zentrale Erfolgsfaktor. Welche Daten sind wo relevant, kann die Darstellung von Informationen auf das Wesentliche reduziert werden?

Man sollte Inhalte jenseits der Datenbubble anbieten: Wie kann man Nutzer überraschen? Kann man ein Ökosystem aufbauen für den Konsumenten?

Innovation schafft man in Unternehmen via interne Kristallisationspunkte, nicht unbedingt auf der grünen Wiese. Die Nähe zur realen Welt ist wichtig.

Voltaire:

Menschen lieben den Fortschritt, hassen aber den Wandel.
 

Innovation bringt aber auch Turbulenzen. Es braucht Resilienz, diese durchzustehen, um eine offene Datenkultur aufzubauen.

Aufruf zu mehr Menschenverstand im Umgang mit der Datenwirtschaft

Bitte mehr Menschenverstand in der Datengesellschaft!

Share.

About Author

Walter Schärer bloggt über neuste Internet-Trends in Social Media, Blogs, Web Analytics, SEO, Mobile und Web 2.0

Leave A Reply