Social Media Trends in B2C und B2B – ein Update der Y&R Gruppe

0

Social Media ist eines der meistdiskutierten Marketing-Themen der letzten Jahre. Dennoch agieren viele Unternehmen nach wie vor unsicher im Umgang mit den jungen Medien. Die Fülle und Dynamik an neuen Entwicklungen überfordert und wirft Fragen auf:
– Was ist sinnvoll für mein Unternehmen?
– Wo muss man mitmachen?
– Wie nutzt man all diese technologischen Möglichkeiten?
– Was ist für meine Zielgruppe wirklich relevant?

Claus Bornholt führt in den Vortrag ein über Trends in Social Media

Lesen Sie hier spannende Fakten, Trends und Cases zum zielgerichteten Umgang mit Social Media, die für jedes Unternehmen relevant sind – von B2C bis B2B.

Vortragssaal Kunsthaus Zürich

Präsentation von Urs Krucker und Scarlett Gaus von der Y&R Gruppe im Kunsthaus Zürich.

Nachfolgend werden 10 typische Mythen rund um Social Media aufgeklärt:

Scarlett Gaus präsentiert 10 Social Media Mythen und Trends

Social Media ist nur ein Hype

Social Media ist kein Hype mehr, sondern es befriedigt ein menschliches Grundbedürfnis. Die Plattformen, die wir dafür benutzen, unterliegen allenfalls einem Hype. Gemäss Maslow werden mit Social Media die Grundbedürfnisse „Selbstverwirklichung“, „Ich-Bedürfnisse“ und „soziale Bedürfnisse“ gestillt.

Der Aktienkurs von Facebook spiegelt die künftigen Erwartungen: der Aktienpreis ist hundert Mal grösser als der Gewinn. Ein angemessener Aktienpreis müsste nach diesem Kriterium eher zwischen $5.60 und $10 liegen statt wie aktuell $33.

Facebook wird seine Ertragsquellen also noch massiv steigern müssen, um die Erwartungen zu erfüllen. Sie werden sehr innovativ sein müssen oder Dienstleistungen wie Instagram (teuer) einkaufen. Die ständig wachsende Grösse bringt nicht zusätzliche Sympathien und schränkt die Flexibilität ein…

Aktuell scheinen die Erwartungen zu sinken, entsprechend ist der Aktienkurs schon etwas gesunken. MySpace war auch einmal das grösste Social Network, hat sich jetzt aber auf viel tieferem Niveau bei Musikern etabliert.

Eine Gefahr ist auch, dass Facebook zu einem Datahub degeneriert, in dem man Daten zwar hochlädt, sich aber nicht dort aufhält. Die Fragmentierung durch neue Plattformen wie BeautyForPeople.com ist eine weitere Tendenz.

Wandelt sich Facebook aber zu einer Social Search Engine, so könnte es sehr interessant werden.

Folgendes Video veranschaulicht den Stand von Social Media dramatisch…

Fazit: Social Media ist zum Mainstream geworden.

Mythos #2: Social Media ist nur für Junge

Betty White hat fast 500’000 Followers auf Twitter (bei 25 Tweets…).

Die Penetration bei Social Media ist bei den 55+ z.T. höher als bei den Digital Natives. Dies liegt v.a. an spezialisierten Foren wie Hearing Aid Forums.com. Trifft man also das Interesse der User, dann ist die Demographie sekundär.

Fazit: Social Media wird von allen Altersgruppen genutzt.

Mythos #3: Social Media braucht eine detaillierte Strategie

Fast 60% der Schweizer Firmen erarbeiten erst eine Strategie. Nur 22% haben bereits eine Strategie. Wichtiger wäre es allenfalls, erst B2B-Verständnis für aufzubauen anhand von Pilotprojekten, dann diese weiter zu optimieren, je nachdem wie die Erfahrungen waren.

Man sollte Profile in Facebook, Twitter, YouTube, Google+ und LinkedIn testen. Daraus kann man eine Strategie rund um die 6 „Ps“ People, Purpose, Places, Platforms, Patterns und Processes erarbeiten.

Daraus folgern die zu fokussierenden Plattformen, die Publikationshäufigkeit, etc. Es ist kaum vorherzusagen, was wo funktionieren wird, man muss es selber testen.

Fazit: Für Social Media Aktivitäten braucht es ein profundes Verständnis.

Mythos #4: Social Media ist „nur“ ein Werbekanal

Paid (Strangers), Owned (Customers), Earned (Fans) sind die drei Stati, die man als Firma erreichen kann.

Scarlett Gaus über den möglichen Kundenstatus

Social Media umfasst alle möglichen Kommunikationskanäle und wirkt ebenso als Werbung wie im Employer Branding.

Marketing-Spektrum von Social Media

Mythos #5: Social Media ist kostenlos

Die meisten Tools wie Blogger.com oder Twitter sind zwar kostenlos, die Produktion von Content ist aber natürlich nicht umsonst zu haben. Heute zahlt man für die Medienverbreitung etwa 75% und 25% für die Kreation. Im Social Media ist es etwa umgekehrt und das voraussichtlich auf tieferem Niveau.

Die Qualität des Contents wird immer entscheidender, es wird nicht reichen, Social Media dem „Praktikanten“ zu überlassen. Es braucht also Geld, Zeit und geschultes Personal.

Fazit: Der Kanal ist zwar gratis, die Erstellung von geeignetem Content wird immer komplexer.

Mythos #6: Der Erfolg von Social Media ist nicht messbar

Die Berechnung des ROI von Social Media ist nicht trivial. Ein Like wird je nach Quelle mit $3.6 bis $136 bewertet.

Ein Kommentar ist mehr wert, der Share noch mehr und am Schluss steht der Buy.

Messen sollte man in einer Nullmessung das Social Listening und Social Statistics. Nach dem Aufbau eines Social Media Engagements kann man mit den Basiswerten vergleichen.

McDonalds und Burger King weisen sehr unterschiedliche KPIs auf: Bei Burger King hat es zwar weniger Likes, dafür eine viel stärkere Interaktion.

Fazit: Social Media ist messbar!

Mythos #7: Kommunikation per Social Media ist zu gefährlich

Viele Firmen fürchten sich vor einem Shitstorm, einer viral ausufernden Kritik am Unternehmen. Neben Pril, KitKat und ein paar weiteren sind aber nur wenige Shitstorms tatsächlich aufgetreten. Unternehmen könnten also ruhig etwas mutiger sein.

Bei den wenigen bekannten Shitstorms haben die Firmen gut reagiert und konnten schlussendlich sogar noch davon profitieren.

Man sollte sich auch für Social Media eine allfällige Krisenkommunikation bereitstellen und im Bedarfsfall authentisch und transparent kommunizieren.

Fazit: Social Media ermöglicht eine konstruktive Diskussion.

Mythos #8: Social Media ist nur für Grossunternehmen

Viele argumentieren, der Aufwand für Social Media sei zu gross. Blendtec zeigte mit ihren Videos „Will it Blend“, wie man mit wenig Aufwand 14 Mio Views auf YouTube generiert. Der Umsatz wurde dabei um das Siebenfache erhöht.

Für Kleinunternehmen ist Social Media ein sehr geeignetes Tool zur Lead-Generierung. Die AirBnB.com Plattform hat mit sehr wenig Aufwand ihre Anzahl Ãœbernachtungen verdoppelt.

In der Schweiz betreiben bereits 56% der KMUs Social Media Aktivitäten. Hiltl ist beispielsweise sehr aktiv auf Facebook und Twitter. Sie haben einen gut frequentierten Newsstream, der die Besucher miteinbezieht.

VeloPlus hat über 2’300 Fans auf Facebook, richtet sich aber nur an ein kleines Nischensegment.

Wurst & Moritz ist eine kleine Wurstbude am Escher-Wyss-Platz. Ãœber Social Media wurden schon vor der Eröffnung Fans gewonnen und ihre Vorlieben abgefragt bezüglich Mobiliar und Menus des neuen Lokals.

Fazit: Social Media eignet sich auch für Kleine besonders gut.

Mythos #9: Social Media ist nur seichte Unterhaltung

NGOs, Finanzunternehmen (Citibank, ABN Amro, Barclais, Deutsche Bank, HSBC), Pharmafirmen, Beratungsfirmen etc. sind bereits sehr aktiv in Social Networks.

Sogar der Kriegsverbrecher #Kony wird schon per Social Media bedrängt.

Fazit: Social Media bedeutet Austausch

Mythos #10: Social Media ist nur für B2C

Auch Einkäufer sind „nur“ Menschen und informieren sich in Foren und sind selber in Social Media aktiv.

Als Firma wird man dank Social Media

  • besser in Search Engines gefunden
  • man kann Kompetenz demonstrieren (Beispiel Firmenvideos von ABB Schweiz)
  • man kann Kunden besser erreichen (AMEX Small Business Saturday)
  • man kann Kunden in die Produktentwicklung einbinden (Pipetten von Eppendorf AG)
  • man kann persönlich und menschlich sein (UPS We Love Logistics)

Fazit: Social Media eignet sich ausgezeichnet auch für B2B.

Teilst Du unseren Reisebericht?

Wer schreibt hier?

Walter Schärer bloggt über neuste Internet-Trends im Online Marketing, Social Media, Blogs, Web Analytics, SEO, Mobile und so.

Hinterlässt Du einen Kommentar?